Montag, 26. Oktober 2009
1 Jahr später
Jetzt ist schon wieder fast ein Jahr seit meiner letzten Rückkehr aus dem Land der aufgehenden Sonne vergangen. Inzwischen habe ich mein Studium beendet und bin voll ins Berufsleben eingestiegen. Noch immer habe ich mit den Japanern zu tun. Wegen der Wirtschaftskrise aber darf ich beim diesjährigen Workshop leider nicht dabei sein. Die Kollegen werden in zwei Wochen ohne mich in den Flieger steigen. Auch zur Hochzeit von Satsuki und Yoshiaki werde ich nicht, wie angedacht, rüberfliegen. Stattdessen werden die beiden auf ihrer Hochzeitsreise ums Mittelmeer voraussichtlich einen Abstecher nach Stuttgart machen. Hierfür muss ich mir schon ein adäquates Programm überlegen und mich als Fremdenführer üben. Zudem wollen zuhause Hausschlappen bereitgelegt und die eine oder andere Alltagsvokabel wiederholt werden, bevor es heisst "Willkommen in Deutschland."
Freitag, 14. November 2008
Heimkehr

Alles verlief nach Plan.
9:30 Uhr: Check-in mit 21,5 kg Koffergewicht.
9:45 Uhr: Ein letztes Frühstück mit Iwase und Inagaki.
10:30 Uhr: Boarding. Habe das Vergnügen inmitten eines russischen Schlägertrupps zu sitzen.
12:00 Uhr: Stosse mit mir selbst an, Campari Orange links, stilles Wasser rechts.
12:18 Uhr: Buena Vista Social Club im World Music Sender des Lufthansa Radios.
12:40 Uhr: Einflug in russischen Luftraum.
12:45 Uhr: Gedünstetes Rindfleisch mit Senfsahnesauce, Kartoffelpüree, Zuckererbsen, Paprika *uaeh*.
13:05 Uhr: Durchflug eines Turbulenzgebietes.
Bis 15:30 Uhr: Versuche mich durch Schlafen vom Kotzen abzulenken.
Bis 17:00 Uhr: "Happy-Go-Lucky", einziger anschaubarer Film.
17:15 Uhr: 4880 verbleibende Flugkilometer.
18:00 Uhr: Hungerattacke.
18:45 Uhr: Sandwiches.
19:45 Uhr: Bin beim arabischen Radiokanal angekommen.
21:00 Uhr: Studiere das Lufthansamagazin.
"Nashorndamen sind erst mit fünf volljährig und stark genug um die Belastung eines Liebesaktes auszuhalten, der 80 Minuten dauert. Eine echte Herausforderung. Ein ausgewachsener Nashornlover wiegt 3,5 Tonnen."
22:00 Uhr: Hähnchenschenkel mit Tomaten-Aprikosen-Sauce, Fettucine, Brokkoli, Karotten *beurks*.
23:30 Uhr: Landung in Frankfurt.
24:00 Uhr: Marsch zu Gate A03.
1:30 Uhr: Flug nach Stuttgart.
2:30 Uhr: Empfang durch Schwesterherz, Freund und Familie Maurer.
3:00 Uhr: Schließe meine Eltern in die Arme.
3:30 Uhr: Geburtstagsbescherung in einem kerzenbeleuchteten Zimmer voller Luftballons.
4:00 Uhr: Traumhaftes Vesper und Anruf aus Spananien. :)
5:00 Uhr: Koffer auspacken und Neuerwerbungen präsentieren.
7:00 Uhr: Um 23 Uhr deutscher Zeit falle ich völlig erledigt ins Bett. Juhu!
Freitag, 7. November 2008
Freitagnachmittag, 7. November 2008
Ich liege in den letzten Amtshandlungen, muss nur noch meinen Rollcontainer ausraeumen und dann bin ich hier raus. Kako wartet auf mich. War ein angenehmer letzter Tag. Gemeinsames Rumknobeln an den Softwaremacken, letzte Putzrunde (habe es auf 7 Tische gebracht), letztes Mal mein favorisiertes B-Set-Lunch-Menu (Huehnersterben deluxe), eine von mir erfolgreich abgelesene japanische Abschlussrede (ca. 1 Minute) und als Abschiedsgeschenk ein edler offzieller Holzstempel, der meinen Nachnamen traegt und als Unterschriftersatz fungiert. Dieser ermoeglicht es mir jetzt theoretisch hier in Japan Vertraege abzuschliessen. Wow!
Moin frueh um 8 werd ich abgeholt, um 11 geht der Flieger und um halb vier Ortszeit werde ich in Frankfurt wieder deutschen Boden unter den Fuessen haben. Landung in Stuttgart ist kurz nach 6.
Moin frueh um 8 werd ich abgeholt, um 11 geht der Flieger und um halb vier Ortszeit werde ich in Frankfurt wieder deutschen Boden unter den Fuessen haben. Landung in Stuttgart ist kurz nach 6.
Freitagmorgen, 7. November 2008
Wuensche einen wunderschoenen guten Morgen aus dem Land der aufgehenden Sonne, wo sie heute irgendwie nicht recht aufgehen mag. Der letzte Tag hier bietet mir 15 Grad und viele viele graue Wolken. Habe zum Fruehstueck meine letzten 1,5 Scheiben Toast und ‚shukurimu’ verspeist. Hinter diesem aus dem Franzoesischen abgewandelten Wort, welches stark nach englischer Schuhcreme klingt, verbergen sich japanische Windbeutel. Wegen dieses lustigen Wortspiels habe ich gestern noch 3 davon von Inagaki bekommen, damit ich nicht ohne diese Erfahrung nach Hause fliegen muss. Riesenteile... und ich bin kein Fan davon... trotz Zucker- und Fettgehalt.
Ins Buero befoerdert wuerde ich von einem Busahrer mit Schluckauf, der sich irgendwie nicht beherrschen konnte und so durften alle Fahrgaeste bis zur letzten Reihe an seinen Geraueschen teilhaben. Man sagt Japaner koennen sowas einfach ausblenden.
Jetzt muss ich schnell loslegen, damit ich alles fertig krieg heute!
Ins Buero befoerdert wuerde ich von einem Busahrer mit Schluckauf, der sich irgendwie nicht beherrschen konnte und so durften alle Fahrgaeste bis zur letzten Reihe an seinen Geraueschen teilhaben. Man sagt Japaner koennen sowas einfach ausblenden.
Jetzt muss ich schnell loslegen, damit ich alles fertig krieg heute!
Donnerstag, 6. November 2008
Abschiedsparty
Hach, war das wieder amuesant! Ist wirklich ein cooler Haufen, den ich da uebermorgen verlassen muss. Es gab zwar wieder komische Dinge wie Darm zu essen, aber alles in allem war es natuerlich super lecker, vor allem der Suesskartoffelnachtisch. Hatten eine Getraenkeflatrate und alle waren erstaunt, dass ich nach 5 alkoholischen Getraenken weder ein rotes Gesicht hatte noch mein Verhalten sonst irgendwie veraendert war. Ich habe dann aufgeklaert, dass nur sie Asiaten gewisse Probleme haben Alkohol abzubauen und deshalb immer schon nach einem Glas Bier ne Birne wie Tomate haben. Ich hingegen haette hier ueberhaupt keine Chance den Zustand der Volltrunkenheit zu erreichen... hat alles seine Vor-und Nachteile. Vom lieben Takenaka habe ich wieder ein tolles japanisches Geschenk bekommen: die xte Packung Origamipapier, aber sehr schoenes, mit Gold, und irgendso ein Tuch, verwendbar, so erklaerte man mir, z.B. zum Schweiss abtupfen. Naja, sollte ich jetzt im deutschen Winter eher erst mal nich brauchen.
Im Folgenden biete ich noch ein paar visuelle Eindruecke.
Die Crew:

Das Gefackel:

Lagerfeuerromantik:

Tischgrill:

Takenaka und ich ohne Tuch:

Einweihung meines neuen Tuches und stolze Praesentation der Origamikraniche:
Im Folgenden biete ich noch ein paar visuelle Eindruecke.
Die Crew:

Das Gefackel:

Lagerfeuerromantik:

Tischgrill:

Takenaka und ich ohne Tuch:

Einweihung meines neuen Tuches und stolze Praesentation der Origamikraniche:
Donnerstag, 6. November 2008
Hier ist das Meetingfieber ausgebrochen. Durfte heute zum ersten und letzten Mal am Teammeeting teilnehmen und zu jedem Thema, in das ich hier involviert war, stehen auch noch Abschlussdiskussionen an.
Beim Mittagessen hab ich heute Special A probiert, was wohl europaeisch sein sollte, aber meiner Ansicht nach dieses Kriterium nicht erfuellte. Grundlage war eine Schuessel Tomatensuppe mit zu viel Essig, darin schwammen Kartoffelbrocken, Brokkoli, Karotten, 2 Saiten und 2 Kohlrouladen. Eintopf mit allem, leider etwas zu wenig gekocht und somit al dente. Dazu gab’s natuerlich Reis, eine chinesische Pilz-Eierflocken-Suppe und den obligatorischen Gruentee, welchen ich auch schon in meinem grosszuegigen Fresspaket, welches mit nach Deutschland reisen darf, verstaut habe. War nicht so ueberzeugend, aber da ja heute Abend bei der Abschiedsparty nochmal heftig geschlemmt wird, kann ich den Genussentgang ja hoffentlich bestens kompensieren.
Dank Bangladeschkollege, dessen Versuch mich per Messenger zu kontaktieren scheinbar fehlgeschlagen ist, und ein paar Komplimenten von Mitessern, habe ich jetzt ein neues Verstaendnis von Tischmanieren. Monsieur schaffte es naemlich heute wieder seinen Teller zu hinterlassen wie nach nem Bombenangriff... weiss gar nicht wie er das immer macht. Wenn ich schon was uebrig lasse, dann doch wenigstens auf einem Haufen und nicht wild durcheinandergeschmissen... das sieht doch einfach schei*** aus. Und schon beim Essen matscht man doch nicht alles ineinander und isst z.B. nen Kuchen aus einer Richtung. Habe mich anfangs noch gewundert, wenn mich Kollegen lobten, dass ich so schoen esse, weil das fuer mich so selbstversatendlich war, aber jetzt is mir klar, dass Tischmanieren nicht nur aus Schmatzen und Ruelpsen bestehen, sondern auch die Aesthetik eine tragende Rolle spielt. Das hab ich echt so noch nie erlebt. Jedes Kleinkind, das ich kenne, isst schoener. Sollte ich mal eine Diaet brauchen, reise ich nach Bangladesh, weil mir, wenn da alle so essen, dann sicher der Appetit vergeht! Mahlzeit!
Beim Mittagessen hab ich heute Special A probiert, was wohl europaeisch sein sollte, aber meiner Ansicht nach dieses Kriterium nicht erfuellte. Grundlage war eine Schuessel Tomatensuppe mit zu viel Essig, darin schwammen Kartoffelbrocken, Brokkoli, Karotten, 2 Saiten und 2 Kohlrouladen. Eintopf mit allem, leider etwas zu wenig gekocht und somit al dente. Dazu gab’s natuerlich Reis, eine chinesische Pilz-Eierflocken-Suppe und den obligatorischen Gruentee, welchen ich auch schon in meinem grosszuegigen Fresspaket, welches mit nach Deutschland reisen darf, verstaut habe. War nicht so ueberzeugend, aber da ja heute Abend bei der Abschiedsparty nochmal heftig geschlemmt wird, kann ich den Genussentgang ja hoffentlich bestens kompensieren.
Dank Bangladeschkollege, dessen Versuch mich per Messenger zu kontaktieren scheinbar fehlgeschlagen ist, und ein paar Komplimenten von Mitessern, habe ich jetzt ein neues Verstaendnis von Tischmanieren. Monsieur schaffte es naemlich heute wieder seinen Teller zu hinterlassen wie nach nem Bombenangriff... weiss gar nicht wie er das immer macht. Wenn ich schon was uebrig lasse, dann doch wenigstens auf einem Haufen und nicht wild durcheinandergeschmissen... das sieht doch einfach schei*** aus. Und schon beim Essen matscht man doch nicht alles ineinander und isst z.B. nen Kuchen aus einer Richtung. Habe mich anfangs noch gewundert, wenn mich Kollegen lobten, dass ich so schoen esse, weil das fuer mich so selbstversatendlich war, aber jetzt is mir klar, dass Tischmanieren nicht nur aus Schmatzen und Ruelpsen bestehen, sondern auch die Aesthetik eine tragende Rolle spielt. Das hab ich echt so noch nie erlebt. Jedes Kleinkind, das ich kenne, isst schoener. Sollte ich mal eine Diaet brauchen, reise ich nach Bangladesh, weil mir, wenn da alle so essen, dann sicher der Appetit vergeht! Mahlzeit!
Mittwoch, 5. November 2008
Merke
Wasche nie alle Handtuecher des Haushaltes gleichzeitig, wenn du dich nicht mit dem Badvorleger abtrocknen willst... weder in Japan noch in Europa!
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